Über diesen Titel
Alle Gesellschaften erzählen ihre Geschichte ein ums andere Mal, in der Schule und in anderen kulturellen Kontexten. Dabei aber das historische Denken und das Geschichtsbewusstsein zu fördern, ist weniger verbreitet. Denn das bedeutet, die simplifizierten und simplifizierenden Versionen der Vergangenheit infrage zu stellen, die voller nationaler Meistererzählungen stecken. Es ist nötig, diese zu hinterfragen, sich mit den Praktiken von Historikern und Sozialwissenschaftlern auseinanderzusetzen und ein kritisches Denken zu entwickeln. Mit zahlreichen Beispielen aus der Geschichte verschiedener Länder und in verständlicher Sprache, die sich an ein breites Publikum richtet, plädiert Mario Carretero in diesem Buch für eine Geschichtsvermittlung, die sich auf das Verständnis der Komplexität von Geschichte und auf die Entmystifizierung der traditionellen Erzählungen stützt.
Das ursprünglich in spanischer Sprache verfasste Buch wurde bereits ins Englische, Französische und Italienische übersetzt. Das Buch enthält einen Epilog über die aktuellen Herausforderungen der KI für die Geschichtsvermittlung.
THEMA
Über die Urheber
Mario Carretero ist emeritierter Professor der Universidad Autónoma in Madrid und Forschungsleiter an der Fakultät für Sozialwissenschaften der FLACSO-Argentina, einer länderübergreifenden Organisation zur Forschung, Lehre und Förderung der Sozialwissenschaften in Lateinamerika. Er erhielt ein Guggenheim-Stipendium und war Gastprofessor an den Universitäten von Harvard, Stanford und La Sapienza (Rom). Seine Publikationen zum Umgang mit Geschichte in formalen (Schule) und informellen Kontexten (Viedospiele, Erinnerungskultur, Reenactment) wurden in sechs Sprachen übersetzt. Zurzeit leitet er ein von der Spencer Foundation gefördertes Projekt über die Vermittlung der indigenen Vergangenheit Patagoniens in Argentinien und ist Koordinator des EU-Projektes makinghistories (www.making-histories.eu).
Elisa Gartner ist Psychologin und promoviert über die Zusammenhänge zwischen neuen Technologien und formalen/informellen historischen Lernprozessen.
