Über diesen Titel
In dem Buch werden unterschiedliche Perspektiven auf (Macht-)Konstellationen des pädagogischen Selbst in pädagogischen (Bildungs-)Institutionen geworfen. Im Fokus stehen dabei Exklusion und Inklusion sowie (Re-)Produktion und Reflexion. Das pädagogische Selbst wird dabei auf drei Ebenen beschrieben: vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Machtverhältnisse (Makroebene) entworfen, auf der Ebene institutioneller Ordnungen und Settings und deren soziale Praktiken und Routinen (Mesoebene) und auf der Mikroebene des Handelns der Akteur*innen über Inkorporationen des individuell erworbenen (beruflichen) Habitus. Damit schreiben sich diese Machtverhältnisse oder gesellschaftlichen Normative in die Kommunikationen und Interaktionen der Akteur*innen ein und können über deren Analyse rekonstruiert werden. Sie werden unter Bezug auf empirisches Material kommunikationstheoretisch, anerkennungs- und adressierungstheoretisch, generational und adultismuskritisch sowie professionalitätstheoretisch analysiert. Dabei werden Praktiken und Routinen, Anerkennungen, (Re-)Adressierungen und Inkorporationen des pädagogischen Selbst sichtbar. Schließlich werden Bezüge zwischen Foucaults Disziplinarmacht und der in Institutionen sich als „moderne“ Praktiken behauptenden sog. schwarzen Pädagogik hergestellt. Diese Praktiken sind vom pädagogischen Selbst sowohl (re-)produzierbar als auch reflektierbar und damit bearbeitbar – etwa als Gegenstand von (Selbst-)Bildungsprozessen in der (Aus-)Bildung von Pädagog*innen und Lehrkräften im Rahmen von Supervisionspraktiken und -prozessen.
THEMA
Über die Urheber
PD Dr. habil. Ulrike Sell, Institut für Pädagogik der Sekundarstufe, Goethe-Universität Frankfurt am Main
