Über diesen Titel
Landkonflikte gehören zu den Folgen von "land grabbing". Doch wie agieren Staaten in diesen Konflikten? Und warum handeln staatliche Institutionen teils zugunsten von Investoren, teils zum Schutz der lokalen Bevölkerung? Mario Schenk entwickelt anhand der ethnographischen Rekonstruktion eines Konflikts an der Sojafront Brasiliens einen Erklärungsansatz für staatliches Handeln. Mithilfe der Feldtheorie Pierre Bourdieus zeigt er, dass der Staat kein einheitlicher Akteur, sondern ein Feld ist, in dem Machtkämpfe, ideologische Gegensätze und konkurrierende Interessen sein Handeln prägen. Die Verbindung von Konflikt-, Feld- und Staatstheorie eröffnet neue Perspektiven auf Staatlichkeit im Kontext von land grabbing – weit über Brasilien hinaus.
THEMA
Über die Urheber
Mario Schenk, geb. 1981, hat in Politikwissenschaft im Bereich Friedens- und Konfliktforschung an der Freien Universität Berlin promoviert, arbeitete im BMBF-Projekt »Globaler Wandel – lokale Konflikte?« (GLOCON) und führte über mehrere Jahre Feldforschungen zu Landkonflikten in Brasilien durch. Er ist in der Partnerschaftsarbeit mit Schwerpunkt Brasilien und Mittelamerika tätig und publiziert zu brasilianischer Politik, Umwelt- und Landkonflikten sowie zur Rolle des Staates in Ressourcenkonflikten.
